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Aktuelles

vom 26. Juni 2026

Neubau der Wasseraufbereitungsanlage im Wasserwerk Hage: Norden macht seine Trinkwasserversorgung klimafest

Norden/Hage, 26.06.2026 – Die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden GmbH (WBN) investieren in die Zukunft der Trinkwasserversorgung: Am Wasserwerk Hage wird bis 2031 eine neue und moderne Wasseraufbereitungsanlage gebaut. Der Aufsichtsrat hat dem Neubau bereits zugestimmt. Damit stellen die WBN die Versorgungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger in Norden und Hage langfristig auf ein stabiles, klimafestes Fundament. Der Baubeginn ist für 2029 geplant. Insgesamt wird die Dauer der Baumaßnahme auf rund drei Jahre geschätzt.

„Trinkwasser ist die sensibelste Form der Daseinsvorsorge. Unser Wasserwerk in Hage ist unsere einzige Produktionsstätte – wir haben keine zweite Anlage im Hintergrund, die im Notfall einspringen könnte“, sagt Dr. Alexandra Thürkow, Geschäftsführerin der Wirtschaftsbetriebe. „Mit dem Neubau reagieren wir vorausschauend auf den Klimawandel, die zunehmend zu beobachtenden Hitzeperioden, steigende Anforderungen und dem wachsenden Wasserbedarf.“

Einziges Wasserwerk – Sanierung im Bestand wäre zu riskant
Das Wasserwerk Hage stammt in seiner Kernstruktur aus den 1970er Jahren und ist die zentrale Anlage der WBN. Gemeinsam mit unabhängigen Gutachtern und einem Ingenieurbüro wurden verschiedene Varianten geprüft – darunter auch eine umfassende Sanierung im bestehenden Gebäude.

„Eine Sanierung im Altbestand würde tief in den laufenden Betrieb eingreifen und die Aufbereitungsmenge zeitweise deutlich reduzieren. Das können wir uns bei einem einzigen Wasserwerk ohne Notverbund schlicht nicht leisten“, erklärt Udo Uphoff, Leiter des Wasserwerks Hage. „Hinzu kommen hohe technische Risiken im Altbau. Aus fachlicher Sicht ist der Neubau deshalb die deutlich sicherere und langfristig wirtschaftlichere Lösung.“

Der Neubau der Wasseraufbereitungshalle entsteht auf vorhandenen Flächen am Standort Hage. Die bestehende Anlage bleibt während der Bauzeit in Betrieb, bis die neue Aufbereitung vollständig einsatzbereit ist und diese Aufgabe übernimmt.

Mehr Kapazität, bessere Arbeitsbedingungen
Bis voraussichtlich 2031 entsteht eine moderne, dreistraßige Aufbereitungsanlage mit einer Kapazität von rund 300 Kubikmeter pro Stunde – und damit deutlich mehr Reserven vorhält als heute.

„Der Neubau erhöht nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern verbessert auch die Arbeitsbedingungen spürbar“, betont Thomas Brede, technischer Leiter der WBN. „Die neue Anlage ist übersichtlich aufgebaut, gut zugänglich und auf den aktuellen Stand der Technik ausgelegt. Das erleichtert Wartung und Instandhaltung und macht den Betrieb für unsere Mitarbeitenden sicherer.“

Klimawandel: Spitzenverbräuche nehmen zu
Längere Trockenperioden und mehr Hitzetage führen bereits heute zu außergewöhnlich hohen Wasserabgaben. Die Fachverbände wie DVGW und BDEW sowie das Wasserversorgungskonzept Niedersachsen gehen von einem weiter steigenden Wasserbedarf und zusätzlichen Spitzenverbräuchen aus.

„Wir sehen auch in unserem Versorgungsgebiet, dass die Spitzenbedarfe an heißen Tagen deutlich zunehmen“, sagt Udo Uphoff. „Mit der neuen Anlage schaffen wir die nötigen Reserven, damit auch in trockenen Sommern jederzeit ausreichend Trinkwasser mit hoher Qualität zur Verfügung steht.“

Finanzierung: Moderater Effekt auf den Wasserpreis
Auf die bereits laufende Planungsphase folgt die rund dreijährige Bauphase, die in 2031 abgeschlossen sein wird. Die nötige Investition liegt im mehrmillionenschweren Bereich und ist in den Wirtschaftsplanungen berücksichtigt. Sie wird sich durch den langen Abschreibungszyklus moderat im Wasserpreis niederschlagen. „Damit vermeiden wir teure Notmaßnahmen und Ausfallrisiken in der Zukunft“, so Brede. „Das ist ein notwendiger Schritt, um die Trinkwasserversorgung in Norden, Hage und der Region dauerhaft sicher und klimafest aufzustellen.“

Mit der neuen Wasseraufbereitungsanlage schaffen die WBN die technische Grundlage, künftige gesetzliche Anforderungen – etwa zu neuen Stoffen oder Mikroschadstoffen – bei Bedarf umsetzen zu können. Der Neubau reduziert zugleich die laufenden Betriebs- und Instandhaltungskosten im Vergleich zu einer aufwändigen Sanierung des Altbestands.

„Wir investieren heute, damit die Trinkwasserversorgung für die kommenden Jahrzehnte stabil, sicher und leistungsfähig bleibt. Das ist verantwortungsvolle Daseinsvorsorge für Norden, Hage und die Region“, fasst Alexandra Thürkow zusammen.